Reflexion am Jahresende

Heute schreibe ich einfach mal, wie es mir gerade „aus der Hand läuft“. Wir haben den 29.12. und somit das Ende vom Jahr 2020. Was ein verrücktes Jahr! Was ein aufregendes Jahr! Hätte uns vor einem Jahr jemand gesagt, was auf uns zukommen würde, hätten wir dieser Person vermutlich „den Vogel gezeigt“. Wer hätte ahnen können, das plötzlich die ganze Welt maskiert umherläuft? Eigentlich eine Ironie des Schicksals- Jetzt manifestiert sich, was wir uns selbst geschaffen haben. Wer hätte den Lockdown geahnt? Geahnt, dass alle Geschäfte zumachen, keine Vernstaltungen mehr stattfinden, Alkohlverbot und Ausgangssperren herrschen würden? Das so viele Menschen erkranken und die Welt durch kollektive Angst dominiert wird? Es ist wirklich verrückt; in der Retroperspektive scheint alles so unschaffbar und doch haben wir es überstanden. Das ist glaube ich auch eine wichtige Message, die ich hier mit auf den Weg bringen möchte. Ich bin dieses Jahr den Jakobsweg gelaufen und dachte so oft: Es geht gar nichts mehr. Mein größtes learning: Wenn du denkst es geht nicht mehr, geht noch was. Und so auch hier. Ich denke es ist gut, dass wir nicht alles in der Vorausschau wissen. Vieles scheint sonst unschaffbar. Lässt man sich allerdings einfach treiben, läuft mit, lässt das Leben fließen: Dann ist alles machbar. Umso mehr wir uns blockieren und Wiederstand leisten, umso dunkler wird es um unsere Seele. Ändern können wir ohnehin nichts. Gut durch kommen jene, die Flexibel bleiben.
Für mich hat dieses Jahr mein Leben verändern. Ich habe mich von meinem alten Job getrennt, von meiner Partnerschaft, meiner alten Wohnung, war auf dem Jakobsweg. Achja, und Corona blieb mir natürlich auch nicht erspart. Daneben ist noch ganz viel anderes passiert; ich könnte vermutlich ein Buch darüber schreiben. Im Rücklick denke ich mir: Wie hast du das alles geschafft, vorallem wärend dieser Zeit. Aber in dem Moment passiert es einfach. Loslassen, hingeben.

Viele Menschen werden mit ihren Urängsten konfrontiert. Angst vorm Tot, vor Krankheit, Sicherheitsverlust, Angst vor Armut, Haltlosigkeit, Kontrollverlust. Für mich eins der größten Themen in dem Kontext außerdem Isolation. Wir Menschen sind soziale Wesen und auch der Kontakt wird uns gerade genommen. Viele Sterben an Einsamkeit- zumindest innerlich.
ABER! Und jetzt kommt es. Wir können auch unglaublich dankbar für diese Zeit sein. In allem liegt eine Aufgabe. Wir werden gerade mit unseren Schatten konfrontiert um zurück ins Licht zu gehen. Viele Menschen kommen zu mehr Bewusstsein, hinterfragen und durchdenken alte Strukturen (ich bin das beste Beispiel), in sich selbst aber auch in der Welt. Es ist alles eine Frage der Einstellungssache. Machen wir uns Gedanken was wir daraus lernen können, wie wir persönlich daran wachsen, finden wir Zentrierung in uns, wenn der Halt im Außen nicht mehr vorhanden ist. Und schon wird dieses Jahr zu einem Geschenk zu mehr Bewusstheit. Zu uns selbst.

Ich würde sagen: Wir bleiben gespannt, was uns 2021 erwartet.

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Kategorie: Persönlich
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