Corona und die Psychologie der Massen

Der Coronavirus ist aktuell DAS Thema überhaupt. Die Finanzmärkte leiden unter heftigsten Verluste, Schulen und Kindergärten schließen, Hamsterkäufe werden getätigt, Homeoffice wird verhängt und kleine Unternehmen haben Existenzängste. Was uns aktuell beherrscht ist das psychologische Phänomen der Massen, dass sich Richtung einer Massenpanik entwickeln kann, wenn wir nicht aufpassen

Was genau steckt hinter dem Phänomen der Massenpsychologie?

Grundlage für massenpsychologische Phänomene sind immer aufsehenerregende Ereignisse. Im Fall des Coronavirus betrifft dieses Ereignis-die aktuelle Situation-einen jeden Menschen in unserer Bevölkerung. Jede Person ist „persönlich betroffen“ und wird mit den Auswirkungen konfrontiert. Wir stecken „mitten drin“. Die Medien berichten von nichts anderem mehr, eine Horrormeldung folgt der nächsten. Schützen kann man sich kaum davor, wird man ja überall mit dem Thema konfrontiert. Durch diese Massenbetroffenheit entsteht emotionale Ansteckung. Diese Ansteckung macht die Situation schlimmer, als sie ist und führt zu Irrationalität und Hysterie. Das Bedürfnis nach Führung und „Rettung“ steigt. Der Massenbezugspunkt „Coronavirus“ hat also zur Folge, dass die Emotionen intensiv aufgeputscht werden und eine kognitive Gleichschaltung dadurch entsteht, dass dieselben Ängste bei den einzelnen Personen getriggert werden. Diese emotionalen und kognitiven Prozesse führen schließlich zur Verhaltensnivellierung, wie in unserem Fall zu Hamsterkäufen. Wir sind soziale Wesen und passen uns dem Kollektiv an.

Das eigentliche Problem ist also nicht der Virus, sondern die Angst, die durch die Medien geschürt wird. Sie malen die schlimmsten Szenarien und steigern dadurch die Panik. Mittlerweile befinden sich so viele Informationen im Umlauf, dass sich zwischen Realität und Lüge kaum noch unterscheiden lässt. Es entsteht Angst vor der ungewissen Entwicklung, Angst vor Ansteckung und Tot, Angst vor Job- und Geldverlusten. Fast alle menschlichen Ängste werden angetriggert.

Aber tatsächlich wird nicht nur unsere Angst getriggert, sondern auch unsere (ich entschuldige den Ausdruck) „Sensationsgeilheit“. Wir Menschen lieben das Reißerische. Es liefert uns eine Basis für gemeinsame Themen, die dadurch das soziale Wesen in uns triggert. Die Sehnsucht nach Gruppenzugehörigkeit wird befriedigt, es gibt einen „gemeinsamen Feind“: Das Virus. Jedenfalls so lange, bis es zur Panik kommt.

Stehen wir vor der nächsten Massenhysterie?

Massenhysterie bedeutet im Grunde genommen nur, dass eine starke emotionale Erregung in großen Menschenmenge vorliegt; was im Falle Corona definitiv gegeben ist. Gefährlich wird es, wenn diese Hysterie eine Eigendynamik entwickelt und zur Panik wird. Panik entsteht dann, wenn die Lage uns Menschen ernsthaft existenzbedrohlichen erscheint und wir nur noch daran denken, unser eigenes Überleben zu sichern. Davon sind wir glücklicherweise noch weit entfernt.

Was also aktuell tuen?

Wir sollten aufmerksam bleiben und die aktuelle Situation im Auge behalten. Wir dürfen uns nicht von der Angst leiten lassen und nicht zu viel auf die Medienberichte geben. Wer weiß, wieviel Wahrheit darin steckt. Jeder von uns sollte versuchen, Bewusstsein für die aktuelle Situation und die Panikmache zu schaffen. Zu begreifen, was gerade (psychologisch gesehen) mit uns passiert und auch Bewusstsein bei anderen zu schaffen, um die Lage nicht zu verschlimmern.

In diesem Sinne: Stay calm 🙂 Und ganz viel Gesundheit für alle!

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Kategorie: People & Psychology
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