Glück: Ein subjektiver Definitionsversuch

Gestern bin ich über einen Brief gestolpert, indem ein ganz besonderer Mensch das unmögliche versuchte: Glück zu definieren. Ein Gefühl können wir immer nur schwer greifbar machen. Die Gedanken regten mich dennoch dazu an, meine eigene Definition von Glück zu hinterfragen und auf Papier zu bringen. Mal wieder schreibe ich einfach im Fluss und lasse meinen Gedanken freien Lauf 🙂 Viel Spaß beim Lesen!

Meine Definition von Glück

Die erste Frage, die hier bei mir aufkam: Was unterscheidet Liebe von Glück? Ist Glück Liebe? Bedingen sich beide? Oder ist nur Liebe die Bedingung für Glück? Ich spreche hier nicht von der Art von Liebe, die oft so falsch verstanden wir und die sich am Ende als emotionale Abhängigkeit entpuppt. Ich spreche auch nicht von der Liebe zwischen Zwei. Ich meine die universelle Liebe; die Liebe zu sich selbst, der Welt, zu Tieren, Pflanzen, jedem Menschen. Ist das Gefühl von Glück nicht genau dann vorhanden, wenn wir das große im Kleinen erkennen, annehmen und lieben?

Und wie ist das eigentlich mit Glück und der Zeit? Meiner Auffassung nach entsteht pures Glück in einem Augenblick. Ein besonderer Moment. Immer im hier und jetzt. Dann, wenn wir es nicht erwarten und nicht herbeisehnen. Jeder Versuch es zu erzwingen verursacht das Gegenteil. Glück überkommt uns. Es ist rein, echt und nicht im Kopf. Jeder Versuch, Glück künstlich zu erzeugen, beispielsweise durch den Kauf materieller Dinge, hat nichts mit wahrhaftigem Glück zu tun. Vielmehr suchen wir uns ein emotionales „high“, dass nach wenigen Momenten schon wieder verblasst und dadurch das gekaufte schnell relativiert. Wahrlich glückliche Momente bleiben im Kopf. Ein Paar Schuhe nicht. Glückliche Momente werden ein wichtiger Teil unserer Erinnerung. Materielles wird ein weiterer, unwichtiger Teil unseres Überflusses und füllt unseren Kleiderschrank.

Auch der gefühlte Augenblick verhält sich ambivalent in der Betrachtung über das Glück. Die Zeit bleibt stehen und vergeht im selben Moment viel zu schnell. Kopf aus, Gefühl ein. Voll da sein, mit allen Sinnen. Es ist völlig egal, worum es geht: der Moment mit den Liebsten, ein Sonnenuntergang, die Beobachtung eines Schmetterlings. Ein Blatt im Wind, ein Kind, das lacht. Glück kann ein Blick sein, ein Wort, eine Beobachtung. Glück ist die Schönheit des Lebens in ihrer Einfachheit zu erkennen. Glück ist universelle Verbundenheit. Das Gefühl, dass alles gerade genau so sein soll. Glück ist zeitlos, bedingungslos.
Jeder sehnt Glück herbei, doch mit dieser Absicht findet es keiner. Es kommt, wenn man die Suche aufgibt. Erst wenn wir uns erlauben es zu sehen, erfahren wir Glück. Eigentlich ist es so simple; es steckt in uns, wir brauchen uns nur dafür zu öffnen. Es kann durch ALLES im Außen aktiviert werden, wenn wir unseren Blickwinkel verändern und unsere Umwelt zu schätzen lernen.

Im Endeffekt brauchen wir nicht mal das Außen. Konzentrieren wir uns auf unsere Interwelt und erinnern wir uns an Erlebnisse, können wir glückliche Momente ebenfalls reaktivieren. Ich nenne es das „fiktive Glück“; es ist die Vorstellung eines glücklichen Augenblicks. Das funktioniert gleichermaßen mit der Vorstellung einer glücklichen Zukunft. Aber das reale Glück entsteht immer nur im jetzt.

Aber nun zusammengefasst: Wie definiere ich Glück? Glück ist für mich ein Gefühl der Liebe und Verbundenheit mit der Welt. Es entsteht immer da, wo Gedanken keinen Platz haben: im Augenblick. Es lässt sich nicht erzwingen und wir werden es so lange nicht erkennen, bis wir lernen, unseren Blickwinkel zu verändern und unsere Aufmerksamkeit genau darauf zu richtig. Dann begegnet es uns überall.

Cheers,
Chiara

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Kategorie: Persönlich
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